Seite 25 - Auf den Spuren des gro

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Kapitel 2: Tage des Dienens
Im Haus des Petrus in Kapernaum lag seine Schwiegermutter, an
„hohem Fieber“ erkrankt, und „sie baten Jesus für sie“. Er „ergriff
ihre Hand, und das Fieber verließ sie“; sie stand auf und diente ihrem
Retter und seinen Jüngern.
Lukas 4,38
;
Markus 1,30
;
Matthäus 8,15
.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der ganzen
Umgebung. Das Wunder war am Sabbat geschehen, aber aus Furcht
vor den Rabbinern wagten die Leute nicht vor Sonnenuntergang zu
kommen, um geheilt zu werden. Dann jedoch drängten die Heilung-
suchenden von überallher zu der unscheinbaren Wohnung, in der
sich Jesus befand. Die Kranken wurden auf Betten gebracht, sie
kamen auf Krücken gestützt oder wankten mit Hilfe von Freunden
mühsam in die Gegenwart des Heilands.
Stunde um Stunde kamen und gingen sie — konnte doch nie-
mand wissen, ob der Wundertätige auch am darauffolgenden Tag
noch unter ihnen sein würde. Nie zuvor hatte es in Kapernaum einen
Tag wie diesen gegeben. Rufe der Freude und des Jubels klangen
durch die Nacht.
Erst als auch dem letzten Leidtragenden geholfen war, beendete
Jesus sein Werk. Es war schon tiefe Nacht, als sich die Menge
schließlich verlief und es ruhig wurde in Simons Haus. Der lange,
aufwühlende Tag war nun vorüber, und auch Jesus suchte jetzt Ruhe.
Aber während man in der Stadt noch schlief, „stand der Heiland am
Morgen, noch vor Tage auf und ging hinaus. Und er ging an eine
einsame Stätte und betete dort.“
Markus 1,35
.
Früh amMorgen aber kamen Petrus und seine Gefährten zu Jesus
— mit der Nachricht, daß man ihn in Kapernaum bereits wieder
suchte. Erstaunt vernahmen sie das Wort Jesu: „Ich muß auch den
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andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn
dazu bin ich gesandt.“
Lukas 4,43
.
In der Aufregung, die damals in Kapernaum herrschte, steckte
die Gefahr, daß der wahre Zweck seiner Sendung verloren ging. Je-
sus kam es nicht darauf an, als reiner Wundertäter, als Heilkundiger
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