Seite 19 - Auf den Spuren des gro

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Unser Vorbild
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war der Himmel ihm nahe. Tagein, tagaus erlebte er Prüfungen und
Versuchungen, tagein, tagaus wurde er mit Bösem konfrontiert und
sah dessen Macht über die, die er doch segnen und retten wollte.
Dennoch versagte er nicht und wurde auch nicht mutlos.
In allem stellte er seine eigenen Wünsche zugunsten seines Auf-
trags konsequent zurück. Er verherrlichte sein Leben, indem er alles
dem Willen seines Vaters unterordnete. Als seine Mutter ihn als
Zwölfjährigen einmal in einer Rabbinerschule aufstöbern mußte,
hielt sie ihm vor: „Mein Sohn, warum hast du uns das getan?“ Da
erwiderte er — und das ist der Schlüssel zu seinem Lebenswerk:
„Warum habt ihr mich gesucht? Wißt ihr nicht, daß ich sein muß in
dem, was meines Vaters ist?“
Lukas 2,48.49
.
Sein Leben bestand aus ständiger Selbstaufopferung. Er hatte
keinen festen Wohnsitz; als ein Nichtseßhafter nutzte er das, was
ihm hilfsbereite Freunde zur Verfügung stellten. Für uns führte
er das Leben der Ärmsten, hielt er sich unter den Bedürftigen und
Leidtragenden auf. Unauffällig und ohne Anerkennung lebte er unter
den Menschen, für die er so viel getan hatte.
Immer war er geduldig und bereit, andere aufzumuntern; die
Leidtragenden priesen ihn als einen Botschafter des Lebens und
des Friedens. Er sah die Bedürfnisse von Männern und Frauen, von
Kindern und jungen Leuten — und alle lud er ein: „Kommt her zu
mir!“
Während seines Dienstes widmete Jesus der Krankenheilung
weitaus mehr Zeit als der Predigt. Eine Vielzahl von Wunderhei-
lungen bestätigten die Wahrheit seines Ausspruchs, daß er nicht
gekommen war, um zu zerstören, sondern um zu retten. Wohin er
auch kam, eilte ihm die Nachricht seiner segensreichen Taten voraus.
Und wenn er weiterzog, erfreuten sich alle, die sein Erbarmen erlebt
hatten, ihrer Gesundheit und erprobten ihre neu gewonnenen Kräfte.
Um die Geheilten bildeten sich dann Menschentrauben. Alle wollten
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aus erster Quelle hören, was Jesus vollbracht hatte. Seine Stimme
war der erste Klang, den viele Gehörlose in ihrem Leben wahrnah-
men, sein Name der erste, den sie je ausgesprochen, sein Gesicht
das erste, in das Blindgeborene je geschaut hatten. Sollten sie Jesus
nicht lieben, seinen Ruhm nicht weitersagen? Wenn er durch die
Ortschaften zog, wirkte er wie ein Licht, das Leben und Freude
ausstrahlte: „Das Land Sebulon und das Land Naphtali, das Land