Seite 133 - Auf den Spuren des gro

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Für die Unmäßigen arbeiten
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Viele von denen, die die ihnen angebotene Hoffnung im Evange-
lium annehmen und einmal im himmlischen Königreich sein werden,
sind heute noch die Ausgestoßenen der Gesellschaft, während ande-
re, die mit guten Begabungen und reicher Erkenntnis gesegnet waren,
sie aber nicht gebrauchten, in der Dunkelheit gelassen werden.
Den Opfern ihrer üblen Gewohnheiten muß die Notwendigkeit
verdeutlicht werden, sich auch selbst anzustrengen. Andere können
auf das ernsthafteste bestrebt sein, sie aufzurichten, die Gnade Gottes
ist reichlich vorhanden, Christus kann für sie eintreten, seine Engel
können ihm dienen — aber all das wird vergeblich sein, wenn sie
selbst sich nicht dazu aufraffen, den Kampf auszufechten, der sie
betrifft.
Die letzten Worte Davids an Salomo, zu der Zeit ein junger
Mann und zukünftiger König Israels, lauteten: „Sei stark und sei
ein Mann.“
1.Könige 2,2
. Diese inspirierten Worte sind an jedes
Menschenkind, jeden Anwärter auf eine unvergängliche Krone ge-
richtet. Die Willensschwachen müssen zu der Einsicht geführt wer-
den, daß eine durchgreifende sittliche Erneuerung notwendig ist,
wenn sie gefestigte Menschen werden wollen. Gott ruft sie, damit
sie aufwachen und durch die Kraft Christi die gottgewollte gefestigte
Menschlichkeit zurückgewinnen, die durch sündhafte Nachgiebig-
keit verlorenging.
Viele fühlen die fürchterliche Macht der Versuchung, das drän-
gende Verlangen, das zum Nachgeben führt, und rufen dann ver-
zweifelt aus: „Ich kann dem Übel nicht widerstehen.“ Sagt ihnen,
daß sie doch können, daß sie widerstehen müssen. Sie mögen bisher
immer wieder überwältigt worden sein — aber das muß nicht so
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bleiben. Sie haben eine nur schwache moralische Kraft und werden
von den Gewohnheiten eines Lebens in Sünde bestimmt. Ihre Ver-
sprechungen und Vorsätze sind kurzlebig. Die Erinnerung an ihre
gebrochenen Versprechen und Gelöbnisse läßt sie an ihrer eigenen
Aufrichtigkeit zweifeln und meinen, daß Gott sie nicht mehr akzep-
tieren oder in ihren Bemühungen unterstützen könne. Sie brauchen
jedoch nicht zu verzweifeln.
Diejenigen, die ihr Vertrauen auf Christus setzen, sollen von
keiner ererbten oder anerzogenen Gewohnheit oder Verhaltensweise
abhängig werden. Statt in den Fesseln der niederen Natur festge-
halten zu werden, sollen sie jedes Verlangen und jede Leidenschaft