Seite 146 - Auf den Spuren des gro

Basic HTML-Version

142
Auf den Spuren des großen Arztes
Verbrechen und Verderben; ihr Charakter wird vom Elend und der
Sünde geprägt, die sie umgeben.
Den Namen Gottes lernen sie nur in respektloser Weise kennen.
Sie bekommen laufend übles Geschwätz, Verwünschungen und Be-
schimpfungen zu hören. Der Gestank von Alkoholika und Tabak,
andere widerliche Gerüche und moralische Verwahrlosung verder-
ben ihre Sinne. Damit wird in vielen die Grundlage geschaffen,
kriminell zu werden, zu Feinden der Gesellschaft, die sie diesem
Elend und dieser Erniedrigung überlassen hat.
Doch nicht alle Armen in solchen Stadtvierteln zählen zu die-
ser Gruppe. Gottesfürchtige Männer und Frauen geraten aufgrund
von Krankheit oder Unglück in schlimmste Armut, oft infolge der
unaufrichtigen Machenschaften jener, die vom Betrug an ihren Mit-
menschen leben. Viele Aufrichtige und Gutmütige verarmen, weil
ihnen eine solide handwerkliche Ausbildung fehlt. In ihrer Unwis-
senheit sind sie nicht in der Lage, gegen die Schwierigkeiten, die das
Leben mit sich bringt anzukämpfen. Sie kommen in die Städte, kön-
nen dort aber oft keine Anstellung finden. Um sich herum sehen und
hören sie nur das Laster und sind üblen Versuchungen ausgesetzt.
Mit lasterhaften und heruntergekommenen Menschen zusammenge-
pfercht und ihnen oft auch sozial gleichgestellt, gelingt es nur durch
fast übermenschliche Anstrengungen und eine ebensolche Kraft, sie
vor dem Versinken in denselben Tiefen zu bewahren. Viele bleiben
unbeirrbar anständig, wählen lieber das Leid, als daß sie sündigten.
Diese Menschengruppe benötigt vor allem unsere Hilfe, Mitgefühl
und Ermutigung.
Wenn diese Armen, die nun in den Städten zusammengedrängt
werden, Heime auf dem Lande finden könnten, wären sie nicht
nur imstande, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern auch
[148]
Gesundheit und Glück zu finden — das sie nun kaum noch kennen.
Harte Arbeit, einfache Nahrung, strenge Sparsamkeit und oft auch
Schwierigkeiten und Entbehrungen würden hier zwar ihr Leben
bestimmen. Aber wie sehr wären sie damit gesegnet, wenn sie die
Stadt mit ihren Verlockungen zum Bösen, ihrer Rastlosigkeit und
Kriminalität, ihrer Armut und Verwahrlosung verlassen und statt
dessen auf dem Lande wohnen könnten, wo das Leben meist ruhig,
friedlich und in geordneten Bahnen verläuft.