Seite 187 - Auf den Spuren des gro

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Der Gebrauch von Heilmitteln
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zirkulation; dies unterbleibt bei Bewegungslosigkeit, was den für
Leben und Gesundheit so nötigen Stoffwechsel herabsetzt. Auch
die Haut wird dann träge. Schadstoffe werden nicht ausgeschieden,
wie es geschähe, wenn die Blutzirkulation durch kräftige Bewegung
beschleunigt, die Haut in gesundem Zustand erhalten und die Lun-
ge mit viel reiner und frischer Luft versorgt worden wären. Diese
Trägheit der Körperfunktionen bürdet den anderen Ausscheidungs-
organen eine doppelte Last auf, was Erkrankungen zur Folge hat.
Kranke sollten nicht zu Bewegungslosigkeit ermutigt werden.
Wenn es bei jemandem in irgendeiner Richtung zu einer ernstlichen
Überbeanspruchung gekommen ist, wird eine zeitweilige völlige
Schonung manchmal eine ernsthafte Erkrankung abwenden; im
Falle lang andauernder Krankheit aber ist es nur selten notwendig,
jegliche Bewegung zu vermeiden.
Wer infolge übermäßiger geistiger Arbeit zusammengebrochen
ist, sollte seinem Geist eine Pause gönnen; das sollte aber nicht zu
der Annahme verleiten, es sei generell gefährlich, seine Geisteskräfte
zu nutzen. Viele Menschen neigen dazu, ihren Zustand schlimmer
einzuschätzen, als er tatsächlich ist; diese Gesinnung aber ist der
Genesung abträglich und sollte deshalb nicht gefördert werden.
Prediger, Lehrer, Schüler und andere geistig Tätige leiden auf-
grund einer starken geistigen Belastung ohne Ausgleich durch kör-
perliche Bewegung oft an Krankheiten.
Was diese Menschen brauchen, ist ein bewegungsreicheres Le-
ben. Etwas reduzierte Arbeitsbelastung, verbunden mit angemesse-
ner körperlicher Betätigung, würde die geistige wie körperliche Kraft
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erhalten und allen geistig Arbeitenden große Ausdauer verleihen.
Wenn jemand seine körperlichen Kräfte überbeansprucht hat,
sollte er nicht dazu ermutigt werden, körperliche Arbeit nun gänzlich
zu meiden. Statt dessen sollte die Arbeit, um möglichst zuträglich zu
sein, systematisch angelegt und angenehm sein. Bewegung im Freien
ist das beste; sie sollte so geplant werden, daß sie die geschwächten
Organe durch ihren Einsatz stärkt. Und das Herz sollte dabei sein,
die Arbeit der Hände sollte nie zu stumpfsinniger Plackerei werden.
Wenn Kranke nichts haben, was ihre Zeit und Aufmerksam-
keit beansprucht, kreisen ihre Gedanken nur um sich selbst. So
entwickeln sie in ihrer Vorstellung weitere Krankheiten und wer-
den unleidlich. Sie hängen ihren schlechten Gedanken nach, bis sie