Seite 29 - Auf den Spuren des gro

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Tage des Dienens
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Gott zu dem Propheten in „einem stillen, sanften Sausen“.
1.Köni-
ge 19,11.12
. So tat auch Jesus sein Werk — nicht unter Umsturz
politischer Verhältnisse, nicht durch Schauwunder und Effektha-
scherei, sondern indem er durch ein Leben der Barmherzigkeit und
Selbstaufopferung die Gemüter der Menschen ansprach.
Das Reich Gottes kommt also nicht mit dem Herausstellen von
Äußerlichkeiten; es kommt durch die stille Eingebung seines Wor-
tes, durch das Wirken seines Geistes in unserem Innern, durch die
Gemeinschaft der Seele mit ihm, der ja ihr Leben ist. Die größte
Offenbarung seiner Macht zeigt sich, wenn die menschliche Natur
die Vollkommenheit des Charakters Jesu erreicht.
Die Nachfolger Christi sollen das Licht dieser Welt sein; aber
Gott erwartet nicht, daß sie aus eigener Kraft leuchten. Er unterstützt
kein auf Selbstverwirklichung bedachtes Streben, nicht das Ziel, die
eigene Perfektion herauszustellen. Vielmehr wünscht er, daß ihre
Herzen von den Grundsätzen des Himmels erfüllt werden; dann
werden sie, wo immer sie mit Menschen in Berührung kommen,
dieses Licht weitergeben. Ihre unbedingte Treue in jeder Lebenslage
wird so einen leuchtenden Hinweis auf Gott darstellen.
Reichtum oder eine hohe gesellschaftliche Stellung, kostspielige
Architektur und Ausstattung sind für den Fortschritt des Werkes Got-
tes nicht wesentlich, ebensowenig Errungenschaften, die den Beifall
der Welt auf sich lenken und zu Eitelkeit führen. Sensationelle Dar-
stellungen — und mögen sie auch noch so grandios wirken — sind
in Gottes Augen wertlos. Über dem Sichtbaren und Vergänglichen
rangiert bei ihm das Unsichtbare und Ewige. Das Erstere hat nur
insoweit Wert, wie es dem Letzteren dient. So kann man auch die
erlesensten Werke der Kunst nicht mit der Schönheit vergleichen,
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die das Wirken des Heiligen Geistes im Charakter eines Menschen
hervorbringt.
Als Gott seinen Sohn in die Welt sandte, vertraute er den Men-
schen unvergängliche Reichtümer an — Reichtümer, zu denen im
Vergleich alle seit Beginn der Welt gehorteten Schätze der Menschen
ein Nichts sind. Christus kam auf diese Erde und machte die seit
Ewigkeiten wirkende Liebe Gottes vor den Menschen sichtbar. Das
ist der Schatz, den wir durch unsere Verbindung mit ihm empfangen
und weitergeben sollen.